nach oben
Die Blumen Kinder der verjüngten Sonne, Blumen der geschmückten Flur, Euch erzog zu Lust und Wonne, Ja, Euch liebte die Natur. Schön das Kleid mit Licht gesticket, Schön hat Flora Euch geschmücket Mit der Farben Götterpracht. Holde Frühlingskinder, klaget! Seele hat sie Euch versaget, Und ihr selber wohnt in Nacht. Nachtigall und Lerche singen Euch der Liebe selig Los, Gaukelnde Sylphiden schwingen Buhlend sich auf Eurem Schoß. Wölbte Eures Kelches Krone Nicht die Tochter der Dione Schwellend zu der Liebe Pfühl? Zarte Frühlingskinder, weinet! Liebe hat sie euch verneinet, Euch das selige Gefühl. Aber hat aus Nanny's Blicken Mich der Mutter Spruch verbannt, Wenn Euch meine Hände pflücken Ihr zum zarten Liebespfand: Leben, Sprache, Seelen, Herzen, Stumme Boten süßer Schmerzen, Goss Euch dies Berühren ein, Und der mächtigste der Götter Schließt in Eure stillen Blätter Seine hohe Gottheit ein.
Lorelei Ich weiß nicht, was soll es bedeuten Daß ich so traurig bin; Ein Märchen aus alten Zeiten Das kommt mir nicht aus dem Sinn. Die Luft ist kühl und es dunkelt, Und ruhig fließt der Rhein; Der Gipfel des Berges funkelt Im Abendsonnenschein. Die schönste Jungfrau sitzet Dort oben wunderbar, Ihr goldnes Geschmeide blitzet Sie kämmt ihr goldenes Haar. Sie kämmt es mit goldenem Kamme Und singt ein Lied dabei; Das hat eine wundersame Gewaltige Melodei. Den Schiffer im kleinen Schiffe ergreift es mit wildem Weh, Er schaut nicht die Felsenriffe, Er schaut nur hinauf in die Höh. Ich glaube, die Wellen verschlingen Am Ende Schiffer und Kahn; Und das hat mit ihrem Singen Die Lorelei getan.
Humoriges Gedichte Wilhelm Busch Heinz Erhardt Karl Valentin Witziges Die schwarze seite Spiele Hippo Willi